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Geschrieben: 31. Juli, 2014 in Krankheiten von A-Z
 
 

Flugangst – wenn Fliegen zur Qual wird

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Die einen freuen sich bereits seit Wochen auf den anstehenden Urlaub, die anderen leiden lange vorher unter der Gewissheit, in ein Flugzeug einsteigen zu müssen. Flugangst oder Aviophobie ist ein weitverbreitetes Phänomen, unter dem etwa fünfzehn Prozent der Fluggäste leiden. Die Flugangst ist aber nicht zu verwechseln mit dem mulmigen Gefühl, das beinahe jeder empfindet, wenn er sich in einem tonnenschweren Gefährt in die Lüfte erhebt.

Flugangst, Fotoquelle: 123RF

Echte Flugangst macht den Betroffenen das Leben zur Qual, denn sie kann weder durch Fakten noch durch gutes Zureden gemindert werden. Dem Betroffenen nützt weder die Statistik, die ein Flugzeug als das mit Abstand sicherste Verkehrsmittel ausweist, noch der Blick auf die entspannten Mitreisenden, die davor oder daneben sitzen.

Die Symptome zeigen sich schon Wochen vor dem geplanten Flug

Flugangst zeigt sich bereits Wochen vor dem Betreten des Fliegers. Erkennen können Sie diese Angst an starker Unruhe, an Albträumen und an permanenter Schlaflosigkeit. Beim Einstieg in das Flugzeug erfassen den Betroffenen dann die körperlichen Symptome. Starker Schweißausbruch, Übelkeit und Durchfall, Herzrasen und Schwindel sind sehr häufig zu verzeichnen. Aber nicht nur der Körper, auch die Gedanken sind voller Angst und Unruhe. Sie haben Platzangst und das Gefühl, dem Piloten und seinem Team auf Gedeih und Verderb ausgeliefert zu sein.

Die Ursachenforschung lässt mehrere Möglichkeiten zu

Die Ursachen der Flugangst können vielfältig sein. Negative Kindheitserlebnisse oder von den Eltern auf das Kind weitergegebene Angst vor dem Fliegen sind nicht selten. Bei sehr ängstlichen oder vorsichtigen Menschen reicht manchmal bereits ein besonders drastischer Film von einem Flugzeugabsturz, um eine Aviophobie auszulösen. Auch selbst erlebte, negativ behaftete Ereignisse wie ein besonders turbulenter Flug können eine Ursache sein.

Wie kann man die Flugangst bekämpfen?

Begegnen kann man der Flugangst mit verschiedenen Mitteln. Eine Verhaltenstherapie ist ebenso möglich wie das sorgsame Praktizieren von Entspannungsmethoden. Es gibt zahlreiche Wochenendseminare, die sogar von Fluggesellschaften unterstützt werden, auf denen sich der Betroffene seiner Angst stellen kann. Dort wird ausführlich erklärt, wie ein Flugzeug funktioniert, um das Fliegen aus dem Raum des Geheimnisvollen herauszuholen. Wer sich mit der Technik auskennt und lernt, ihr zu vertrauen, ist auf jeden Fall schon ein Stück weiter. Die meisten Seminare gegen Flugangst enden mit einem Flug und beweisen dem Betroffenen, dass er es schaffen kann. Wer einmal geflogen ist und sicher auf die Erde zurückgekehrt ist, der hat bereits ein Stück seiner Angst besiegt. Nicht ratsam ist die Einnahme von Medikamenten und starken Beruhigungsmitteln, da sie zwar die Symptome teilweise beseitigen, aber nicht gegen die Ursachen ankämpfen. Auch das Trinken von Alkohol sollten Betroffene während des Flugs unbedingt vermeiden, da Alkohol in Flughöhe sich äußerst negativ auswirkt und zu heftigen Panikattacken führen kann. Wer dennoch auf Medikamente zurückgreifen muss, weil ein kurzfristiger beruflicher Flug ansteht, sollte unbedingt vorher mit seinem Arzt sprechen.

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