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Geschrieben: 21. Februar, 2007 in Diagnoseverfahren
 
 

Kernspintomographie: TV-Spaß statt Platzangst

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Neuartiger Magnet-Resonanz-Tomograph der Privatpraxis für Kernspintomographie in Köln-Rodenkirchen erlaubt bequemes Stehen oder Sitzen mit freiem Blick aufs Videoprogramm – Erstes System dieser Art in Deutschland

Die Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT), oft auch als Kernspintomographie bezeichnet, gehört heute zu den aufschlussreichsten Diagnoseverfahren. Wie bei der klassischen Computer-Tomographie (CT) werden Teile des Körpers im Schichtverfahren „durchleuchtet“. Doch statt mit Röntgenstrahlen arbeitet ein MRT-System mit Magnetfeldern und Radiowellen, ist somit gesundheitlich unbedenklich. Hinzu kommt, dass mit der MRT auch Weichteile deutlicher dargestellt werden. Nachteil konventioneller MRT-Geräte: Der Patient liegt für eine halbe Stunde oder länger in einer sehr engen Röhre. Das führt bei vielen Menschen zu einer Klaustrophobie, umgangssprachlich auch Platzangst genannt. In einer Studie von Murphy und Brunberg aus dem Jahr 1997 mussten bei 14,3 Prozent der Probanden deshalb Beruhigungsmittel eingesetzt werden, bis hin zur Vollnarkose.

Anders bei dem neuen „Upright MRT“ der Privatpraxis für Kernspintomographie in Köln-Rodenkirchen. Dieses System, das erste seiner Art in Deutschland, ist weitgehend offen. Der Patient sitzt oder steht bequem und kann während der Untersuchung das aktuelle Fernsehprogramm verfolgen oder DVD-Filme betrachten. Das Tragen von Kopfhörern ist dabei nicht notwendig. „Upright MRT kommt erstmals sowohl den Wünschen der Patienten als auch den Anforderungen der Ärzte entgegen“, erklärt Prof. Dr. med. Hans-Konrad Beyer, Facharzt für radiologische Diagnostik und Leiter der Praxis.

„Ein wesentlicher Vorteil dieses Systems ist es, dass nun endlich eine Kernspintomographie-Untersuchung aufrecht, unter natürlicher Gewichtsbelastung, durchgeführt werden kann“, so Beyer weiter. Dadurch sei in vielen Fällen eine präzisere Diagnostik als mit konventionellen Systemen möglich, in denen der Patient nur in liegender Position untersucht werden könne. „Viele Beschwerden treten meist erst im Stehen oder Sitzen auf. Im Liegen beispielsweise ist die Wirbelsäule entlastet, die Bandscheiben sind entspannt und ‚drücken‘ nicht auf den Nervenkanal. Im Stehen oder Sitzen dagegen lastet das Körpergewicht auf den Bandscheiben“, erklärt Beyer. „Mit dem Upright MRT können nun diese belastungsabhängigen Pathologien erstmals genauer dargestellt und nachgewiesen werden.“

Nach der erfolgreichen Installation von „Upright MRT“ in Köln-Rodenkirchen, wird im Mai 2007 ein weiteres System in Hannover in Betrieb genommen.

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