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Geschrieben: 22. Juli, 2013 in Aktuelles
 
 

Landärzte gesucht – Wer will, wer will, wer hat noch nicht?

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Der Ärztemangel nimmt immer kritischere Zustände an. Vor allem auf dem Land ist der Schwund von Hausärzten immer deutlicher spürbar. Betroffen sind dabei gerade die Menschen, die eine medizinische Versorgung am nötigsten haben: alte Menschen oder Patienten, die körperlich beeinträchtigt sind bzw. keine Möglichkeit haben Ärzte in größerer Entfernung aufzusuchen.


Seit Monaten zeigt die Regierung sich eifrig und beteuert immer wieder, dass sie ihr möglichstes versuchen, um Nachwuchsärzte auf das Land zu locken. Doch der Chef des für die Ärzteplanung maßgeblichen Bundesausschusses beunruhigt Patienten nun mit der Aussage, es könnte trotz aller Bemühungen zu einem Landärztemangel kommen könnte. Betroffen sind dabei vorrangig Hausärzte, die heute ohnehin schon sehr knapp in der ländlichen Gegend angesiedelt sind. Das Problem habe man im Bundesausschuss jedoch sehr gut erkannt. Aufgrund des abzusehenden Ärztemangels wird es für bestimmte Patientengruppen schwierig medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Meist sind auf den Dörfern auch die öffentlichen Nahverkehrsverbindungen derartig ausgedünnt, dass sich die Problematik nochmalig zuspitzt.

Warum scheitert eine bessere Versorgung?

Eigentlich waren die ersten Steine schon gelegt. Anfang des Jahres wurde eine Neuplanung des Ärztenetzes beschlossen. Darin enthalten waren unter anderem 3000 garantierte Möglichkeiten für Praxiseröffnungen.  Nun scheitert es aber an der Umsetzung dieser Eröffnungen. Verantwortlich hierfür seien vor allem die Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen der Länder. Den eigentlichen Hintergrund für das Scheitern erkennt man erst, wenn man sich genauer mit der Materie befasst. Eröffnen darf man als Arzt nämlich nicht, wo man gerade möchte. Sofern man auch Kassenpatienten bedienen will, muss man eine Zulassung beantragen. Die Genehmigung wird dann nur erteilt, wenn die Kommission bei der Prüfung feststellt, dass ein Bedarf besteht und das Verhältnis von Haus- und anderen Fachärzten stimmig ist. Kurz gesagt: Junge Ärzte werden nicht zuletzt durch dieses Beantragungsverfahren zurückgeschreckt.

Doch genau diesen jungen Ärzten möchte man sich besonders widmen, ihnen das ländliche Arztleben lukrativ machen und so versuchen zukünftige Hausärzte zu gewinnen. Hierfür sollen nun verschiedene Versuchungen unternommen werden, wie zum Beispiel reizvolle Weiterbildungsaussichten oder die Finanzierung des Studiums, wenn man sich danach als Landarzt verpflichtet. Bisher mahlen die Mühlen jedoch noch sehr langsam, da die Kassenvereinigungen bereits jetzt befürchten einen nicht lohnenswerten Aufwand zu betreiben.

 

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