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Geschrieben: 23. November, 2009 in Depressionen | Therapien
 
 

Lichttherapie gegen Depressionen und Schlafstörungen

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Licht macht glücklich!

Das richtige Licht ist wichtig für unser Befinden. Helle Frühlingstage beschwingen unser Leben, dagegen lasten trübe regnerische Tage schwer auf der Seele vieler Menschen. Licht kann einen Raum gemütlich oder auch ungemütlich erscheinen lassen, kann einen Menschen wach oder müde, traurig oder eben auch glücklich machen.

Das Licht bestimmt unsere innere Uhr, unseren Appetit und unseren Schlaf. Vor allem den Mangel an Tageslicht merken wir in den dunklen Herbst- und Wintermonaten. Untersuchungen zeigen, dass wir bis zu 90% des Tages in geschlossenen Räumen verbringen. Antriebslosigkeit und Lustlosigkeit können die Folge dieses Lichtmangels sein. Diese Symptome werden durch ein Übermaß an müde machendem Melatonin hervorgerufen. Dieses so genannte Schlaf-Hormon verdrängt das durch Sonnenlicht begünstigte Glückshormon Serotonin. Serotonin ist ein wichtiger Informationsübermittler zwischen den Gehirnzellen. Depressionen werden nachweislich durch einen erhöhten Melatonin-Spiegel und einen Mangel an Serotonin ausgelöst. Eine Depression zeichnet sich durch Denk- und Gefühlshemmungen, Schlaf-, Konzentrations- und Verhaltensstörungen aus.

Lichttherapie gegen Depressionen

Die Lichttherapie setzt vor allem bei der Behandlung der saisonal bedingten Winterdepressionen an. Lichtmangel führt bei dieser Form der Depression zu Antriebsschwäche und Abgeschlagenheit. Durch eine gezielte regelmäßige Behandlung mit einer Lichttherapielampe können diese Symptome gelindert werden.

Lichttherapie gegen Schlafstörungen

Schlafstörungen können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Meist ist die innere Uhr des Betroffenen aus dem Gleichgewicht geraten. So leiden zum Beispiel Menschen im Schichtdienst unter Problemen beim Ein- und Durchschlafen. Aber auch bei Demenzpatienten ist der Schlaf-Wach-Rhythmus oftmals gestört. Betroffene schlafen beispielsweise am Tag und liegen nachts wach im Bett. Hier können schon regelmäßiges Spazierengehen im Sonnenlicht oder regelmäßige Sitzungen vor einer therapeutischen Lampe Abhilfe schaffen.

Lichttherapie gegen PMS

Das Praemenstruelle Syndrom betrifft fast ein Drittel aller Frauen. Wenige Tage vor dem Einsetzen der Regelblutung leiden sie unter körperlichen Symptomen wie Übelkeit, Migräne und Wasseransammlungen. Außerdem können seelische Symptome auftreten wie Angstzustände, Reizbarkeit und Antriebslosigkeit. Lichttherapie kann hier positiv auf die Beschwerden einwirken und sie lindern.

Anwendung der Lichttherapie

Die durchschnittliche Raumbeleuchtung erzeugt maximal 500 Lux. (Zum Vergleich: Eine Kerzenflamme erzeugt etwa ein Lux.) Im Vergleich dazu hat an einem Sommertag das Sonnenlicht eine Lux-Zahl von etwa 10.000. Lichttherapie-Lampen erzeugen im Durchschnitt etwa 2.500 bis 5.000 Lux. Empfohlen wird die regelmäßige Anwendung der Lampe gleich nach dem Aufstehen. Je nach Stärke der Lichttherapielampe sollte die Bestrahlungsdauer zwischen einer viertel Stunde und zwei Stunden liegen. Dabei wird das Licht direkt durch das Auge und den Sehnerv aufgenommen. Die Anwendungsdauer sollte selbst nach schneller Besserung mindestens 14 Tage betragen. Eine Verwendung der Lichttherapie erfolgt auch in der Behandlung von Essstörungen. Einige Fluggesellschaften setzten therapeutische Lampen auch bei ihrem Flug-Personal ein, da dieses so besser mit dem Jetleg klarkommt. Licht ist für den Menschen nicht nur Beleuchtung, es übermittel auch Energie. Energie, die jeder für sich nutzen kann. Gehen Sie mal wieder Licht tanken, besonders im Frühling.

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