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Geschrieben: 21. Oktober, 2013 in Aktuelles | Mutter & Kind
 
 

Sprachprobleme bei jedem drittem Kind

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Gehören Sprachprobleme einfach dazu – dank Studie könnte man dies denken?

Es ist kaum vorstellbar, doch laut einer Studie der Barmer GEK leidet jedes 3. Kind im Vorschulalter unter Sprachproblemen. Über 1 Million Kinder im Alter bis 14 Jahre waren aufgrund dieser Diagnose im Jahr 2010 in Behandlung.

Fotoquelle: 123RF


Diese Zahl klingt noch erschreckender, wenn klar ist, dass dies über 10 % alle Kinder in dieser Altersgruppe darstellt, die in Deutschland leben.

Details und Fakten

Die Studie zeigte auch, dass Jungen mehr betroffen sind als Mädchen im gleichen Alter. Demnach leiden 38 % der sechsjährigen Jungen unter einer Sprachstörung und rund 30 % der Mädchen. Hintergrund für diese hohe Quote ist in dem Alter natürlich die bevorstehende Einschulung, samt der Einschulungsuntersuchung, bei der Ärzte und Eltern einen besonderen Blick auf die sprachlichen Fähigkeiten der Sprösslinge werfen. Hinzu kommt der Fakt, wann überhaupt von einer Sprachstörung gesprochen werden kann. Hierfür müssen keine organischen oder mentalen Störungen vorliegen. Wenn ein Kind nicht in der Lage ist einen kurzen Satz zu formulieren oder angemessene, sinnhafte Worte zu verwenden und zu verstehen so reiche das für den Begriff „Sprachstörung“ aus. Dies erklärt auch, warum in der letzten Zeit ein drastischer Anstieg von mehr als 20 Prozent zu verzeichnen ist.

Sprachproblem – Studie zeigt noch mehr

Ebenfalls getestet, wurden verschiedene Kinderkrankheiten und in welcher Häufigkeit diese festgestellt bzw. diagnostiziert werden. So könnte man zur Ansicht kommen, dass etwa Krankheiten wie Neurodermitis ganz groß im Kommen sind. Klassiker, wie Windpocken, Röteln, Scharlach und Co. hätte man hingegen im Griff und nur mit geringen Fällen zu betiteln. Deutschlands Kinder würden vielmehr an neuen, meist psychosozial bedingten Krankheiten erleiden. Schlagwort für viele Menschen dürfte in diesem Zusammenhang wohl ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung), welche von Eltern und Kritikern schon als Modekrankheit für lebhaftere Kinder abgetan wird. Dennoch ist diese Bewegung kritisch zu begutachten. Inzwischen gehe jeder 10. neunjährige Junge regelmäßig zum Psychologen. In über 60 Prozent der Fälle folgt daraufhin die Diagnose ADHS, welche mitunter mit der Einnahme starker Medikamente verbunden ist. Bei den Mädchen fällt die Prozentzahl mit 40 etwas geringer aus.

Neurodermitis ist der nächste große Renner. Ausgelöst wird die Hauterkrankung durch genetische Begünstigung und vor allem durch die Einflüsse unserer Umwelt. Starke Umweltbelastungen können dazu führen, dass die natürlichen Barrieren unserer Haut durchbrochen werden und sich dadurch ein juckendes Hautekzem bildet. Kleinkinder sind davon mehr betroffen, als Kinder und Jugendliche im Schulalter.

U-Untersuchungen werden wahrgenommen

Dennoch ist die Studie keine Schwarzmalerstudie für die Gesundheit deutscher Kinder. Insgesamt sieht es mit dem Befinden unserer Sprösslinge sehr gut aus. Vor allem die U-Untersuchungen werden positiv eingestuft. Die Mehrheit aller Kinder nimmt von der U1 bis zur U9 daran teil und hilft somit dabei Probleme schon frühzeitig zu entdecken und ggf. entgegenzuwirken. Bis vor einigen Jahren waren die U-Untersuchungen noch nicht so gut besucht. Doch die Krankenkassen konnten mit ihren strikten Einladungsschreiben und der Anforderung einer ärztlichen Gegenzeichnung bei Teilnahme an der U-Untersuchung ein Umdenken bewirken. Wenngleich manche Eltern sich von der Formulierung des Schreibens etwas irritiert fühlten.

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