Geschrieben: 30. Mai, 2019 in Allergien
 
 

Allergien: Ursachen und Behandlungsmethoden


Unter einer Allergie versteht man eine übertrieben starke Reaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Stoffe. Einzelne oder verschiedene Eiweiße, die gesunden Menschen keine Probleme bereiten, lösen bei Allergikern zum Teil starke Reaktionen aus, die schlimmstenfalls lebensbedrohlich sein können.

 

 

Die Allergene, auf die das Immunsystem so reagiert, finden sich überall in unserer Umwelt: Pollen, Tierhaare, Nahrungsmittel und Insektengifte gehören zu den häufigsten Auslösern. Was passiert bei einer allergischen Reaktion und was kann man dagegen tun?

Was ist eine Allergie?

Blütenpollen, Hausstaub, Katzenhaare – eigentlich harmlose Stoffe aus unserer Umwelt. Aber nicht für Allergiker. Ihr Immunsystem hält ungefährliche Eiweiße aus diesen oder anderen Stoffen für potentiell schädlich und bekämpft sie, sobald der Organismus mit ihnen in Kontakt kommt.

Allergische Reaktionen finden daher in erster Linie dort statt, wo der Körper mit Einflüssen von außen in Berührung kommt: Haut, Schleimhäute, Atemwege und Verdauungstrakt sind die Bereiche, in denen sich in der Regel Allergien zeigen.

Nur bei sehr starken Reaktionen auf einen bestimmten Stoff greift das Geschehen auch auf andere Bereiche des Körpers über, etwa das Herz-Kreislauf-System. Ein solcher anaphylaktischer Schock – umgangssprachlich auch »Allergieschock« genannt – ist lebensbedrohlich. Es handelt sich um einen medizinischen Notfall, der sofort ärztlich behandelt werden muss.

Die meisten Allergiker leiden jedoch »nur« unter lokalen Reaktionen, die die Lebensqualität auf Dauer jedoch stark einschränken können.

Wie zeigt sich eine Allergie?

Da die Stoffe, die Allergien auslösen können, sehr verschieden sind und auf unterschiedliche Weise mit dem menschlichen Organismus interagieren, können auch die Reaktionen darauf breit gefächert sein.

Beim »Heuschnupfen«, also einer Allergie auf Pollen, kommt es zu typischen Schnupfensymptomen, tränenden Augen und Husten. Stoffe in Kosmetika lösen eher Hautausschlag und Juckreiz aus. Nahrungsmittelallergien machen sich meist durch Verdauungsbeschweren wie Durchfall und Übelkeit bemerkbar.

Der Weg zur Diagnose

Werden solche Symptome bemerkt, ist der erste Schritt ein Arztbesuch. Hier wird zunächst eine Anamnese durchgeführt: In einem ausführlichen Gespräch bespricht der Arzt mit dem Patienten die Beschwerden. Eventuell wurde bereits beobachtet, dass diese immer nach dem Kontakt mit einem bestimmten Stoff auftreten, sei es nach einem Waldspaziergang oder dem Verzehr von Erdnüssen.

Darauf folgt ein Hauttest, bei dem die Reaktion auf verschiedene Stoffe getestet wird. Eventuell wird das Ergebnis durch eine Blutuntersuchung ergänzt.

Was tun bei Allergien?

Sind die Allergene, also die allergieauslösenden Stoffe, bekannt, sollten diese nach Möglichkeit gemieden werden. Je nach Art und Intensität der Allergie ist das mehr oder weniger durchführbar. Auf ein bestimmtes Nahrungsmittel kann man noch recht einfach verzichten. Vorsicht bei verarbeiteten Lebensmitteln: In manchen Fertiggerichten sind beispielsweise Inhaltsstoffe, die man darin auf den ersten Blick gar nicht vermutet hätte. Blütenpollen, die am Wohnort weit verbreitet sind, kann man zudem kaum aus dem Weg gehen.

In einem solchen Fall empfiehlt sich eine Hyposensibilisierung. Bei dieser Behandlung wird das Immunsystem schrittweise an das Allergen gewöhnt. Das geschieht durch Injektionen mit niedrigen Dosen des Allergens. Alternativ wird es über die Zunge aufgenommen.

Eine Hyposensibiliserung dauert mehrere Monate oder sogar Jahre. Wegen der Gefahr eines anaphylaktischen Schocks darf sie nur unter Aufsicht eines Arztes erfolgen.

Um kurzfristig allergische Beschwerden zu lindern, eignet sich Kortison. Es kann unter anderem in Tablettenform, als Injektion, Nasenspray oder Inhalat verabreicht werden.

Wenn das Immunsystem glaubt, mit einem Allergen einen potentiellen »Feind« identifiziert zu haben, wird das Hormon Histamin ausgeschüttet, das die allergische Reaktion auslöst. Aus diesem Grund helfen auch Antihistaminika bei allergischen Beschwerden. Sie schwächen die Wirkung des Histamins auf den Organismus oder heben sie direkt ganz auf.

Sowohl Kortisonpräparate als auch Antihistaminika können jedoch Nebenwirkungen haben und empfehlen sich daher nicht für eine dauerhafte Therapie.

Woher kommen Allergien?

Dass manche Menschen gleich auf mehrere Stoffe allergisch sind, andere jedoch gar nicht, kann verschiedene Gründe haben. Als mögliche Ursache wird eine genetische Disposition angesehen. Das bedeutet, dass die Neigung zu Allergien durchaus erblich ist. Spezifische Allergien werden so jedoch nicht übertragen.

Auch das Lebensumfeld spielt wohl eine Rolle. Rauchen (aktiv und passiv) und viel Kontakt mit Umweltgiften (etwa an vielbefahrener Hauptstraßen) sollen die Neigung zu Allergien verstärken.

Ebenfalls im Gespräch ist die sogenannte Hygienehypothese. Sie besagt, dass vermehrt Allergien bei Personen auftreten sollen, die wenig Kontakt mit Krankheitserregern und ein keimarmes Umfeld haben.

Tatsächlich leiden Kinder, die auf dem Land aufwachsen, nur halb so häufig unter Allergien wie Stadtkinder. Das wird der Tatsache zugeschrieben, dass Kinder auf dem Land häufiger mit Keimen in Kontakt kommen und daher über ein besser trainiertes Immunsystem verfügen.

Babys, die in den ersten sechs Monaten ausschließlich gestillt werden, haben ein geringeres Allergierisiko. Nicht hilfreich ist eine prophylaktische Diät. Oft wird dazu geraten, Kinder bis zum dritten Lebensjahr allergenarm zu ernähren. Das ist jedoch nicht sinnvoll.

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