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Geschrieben: 30. Dezember, 2011 in Ratgeber Tipps & Trends | Schmerz
 
 

Wunden richtig behandeln

Me01-077
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Eine Wunde entsteht durch äußere Einwirkung wie Hitze, Kälte, ätzende Substanzen oder mechanische Gewalt. Werden Blutgefäße verletzt, kommt es zur Blutung. Bei großen Wunden liegt die Hauptgefahr im Blutverlust. Jede Wunde muss als möglicherweise infiziert gelten, da durch Berührung der Wunde oder durch Verschmutzung Krankheitskeime in die Verletzung eindringen können. Es droht die Gefahr der lokalen Eiterung, Blutvergiftung, aber auch Wundstarrkrampf (Tetanus) durch das Eindringen von Tetanusbakterien in den verletzten Hautbezirk!

Verschiedene Wundarten:

  • Schürfwunden: Blutung eher gering, sehr schmerzhaft, können stark nässen, sehen meist gefährlicher aus, als sie sind, häufige Verschmutzung der Wunde
  • Schnittwunden: glatte Wundränder, starke Blutung, oft tief bis zum Knochen, tiefe Wunden klaffen stark auseinander
  • Stichwunden: glatte Wundränder, oft tiefe Wunden, starke Blutung in der Tiefe, hohe Infektionsgefahr!
  • Platzwunden: unregelmäßige Wundränder, oft mit Quetschungen verbunden, meist an Körperstellen, an denen der Knochen unmittelbar unter der Haut liegt, hohe Infektionsgefahr!
  • Quetschwunden: Bluterguss, unregelmäßige Wundränder, meist verschmutzt, hohe Infektionsgefahr!
  • Risswunden: betrifft oft nur die Haut, unregelmäßige Wundränder, zusätzliche Verletzung der Wundumgebung, meist verschmutzt
  • Schusswunden: stumpfe, unregelmäßige, zerfranste Wundränder, Bluterguss in der Umgebung, Spuren von Pulverschmauch, häufige Verletzung von Nerven, Blutgefäßen oder Organen, hoher Blutverlust
  • Ätzwunden: unscharfe Wundränder, Wunde schmierig, Übergang zur unzerstörten Haut ist fließend, Gefahr der Gifteinwirkung durch die ätzende Substanz!
  • Brandwunden: meist großflächige Ausdehnung, starke Schmerzen, Rötung, Schwellung, Blasenbildung, verkohltes Gewebe. Gefahren durch Schock und Infektion!

Die häufigsten Wundarten sind Platz-, Quetsch – und Risswunden.

Maßnahmen:

  • jede Wunde so belassen wie sie vorgefunden wurde (nicht berühren oder auswaschen). Ausnahmen sind Verbrennungen und Verätzungen (auswaschen!)
  • fast jede Blutung lässt sich stillen. Im Notfall keine Zeit verlieren und sauberes Material auf die Wunde pressen, bis weitere Hilfe eintrifft
  • bei stark blutenden Wunden Druckverband anlegen
  • keinen Puder, Salben, Sprays oder Desinfektionsmittel als Erstmaßnahme anwenden
  • sofort keimfrei abdecken (Wundverband)!
  • Verletzten liegen lassen, nicht bewegen
  • Fremdkörper nicht aus der Wunde entfernen, da beim Entfernen erneute Blutungsgefahr besteht
  • kleinere Verletzungen reinigen und mit Pflaster verbinden
  • zum Arzt, Impfschutz sicherstellen!
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