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Geschrieben: 27. April, 2017 in Krankheiten von A-Z | Onkologie
 
 

Gebärmutterhalskrebs – Schutz durch eine HPV-Impfung

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Ein äußerlich sichtbarer Hinweis auf eine Infektion mit HPV sind die sogenannten Feigwarzen. Diese treten aber nur bei 30 % aller Infizierten auf. Den besten Schutz vor Gebärmutterhalskrebs bietet demnach eine Impfung gegen HPV.

 

 

HPV-Impfung, Fotoquelle: 123RF

Jedes Jahr sterben deutschlandweit circa 2.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Pro Jahr gibt es rund 6.000 Neuerkrankungen. Gebärmutterhalskrebs ist nach Brustkrebs somit die zweithäufigste Krebsart. Man vermutet, dass die humanen Papillomviren Gebärmutterhalskrebs begünstigen.

Es gibt einige Krebsarten, denen man wirksam vorbeugen kann. Gebärmutterhalskrebs gehört glücklicherweise dazu. Neben der Impfung gegen HPV gehören regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen zum Präventionsspektrum. Entsprechende Untersuchungen werden in Deutschland für Frauen ab dem 20. Lebensjahr von allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Allerdings kann Gebärmutterhalskrebs selbst bei der regelmäßigen Sicht- und Tastuntersuchung nicht immer sicher diagnostiziert werden. Indikatoren für eine Erkrankung, die dem Arzt unmittelbar mitgeteilt werden sollten, sind bisher unbekannte Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs, süßlich riechender Ausfluss und Schmierblutungen. Eine Anfangsdiagnose kann durch Laboruntersuchungen von Zellproben und eine Scheidenspiegelung (Kolposkopie) gestellt werden. Bei einem positiven Befund wird eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung von Nieren und Leber sowie Blasen- und Darmspiegelungen veranlasst. Zusätzlich können bildgebende Verfahren, wie Röntgen, CT und MRT, durchgeführt werden.

Eine frühe Diagnose verbessert die Heilungschancen sehr

Für die Heilungschancen ist der Zeitpunkt der Diagnosestellung von großer Bedeutung. Vorstufen und kleine Tumoren lassen sich meist lokal komplett entfernen, was auch die Heilungsaussichten stark verbessert. Die Entfernung kann mittels einer Elektroschlinge oder der sogenannten Konisation erfolgen. Dabei wird ein kegelförmiger Gewebeteil entfernt. Bei weiter fortgeschrittenen Geschwüren kann die Entfernung der Gebärmutter notwendig sein. Im Normalfall wird bei dieser Hysterektomie die Gebärmutter mitsamt ihrem Halteapparat und den zugehörigen Lymphknoten rund um die großen Gefäße im Beckenraum entnommen. Manchmal kann es auch notwendig sein, ebenfalls die Eierstöcke, die Harnblase oder einen Teil des Darms zu entfernen. In jedem Fall handelt es sich dabei um eine schwerwiegende und umfangreiche Operation. Eine Bestrahlung und/oder eine Chemotherapie kann in bestimmten Fällen eine dauerhafte Heilung begünstigen.

Eine Impfung bietet vermutlich hundertprozentigen Schutz vor HPV

Bis zum Zeitpunkt des ersten Geschlechtsverkehrs ist eine Ansteckung mit dem humanen Papillomvirus sehr unwahrscheinlich. Deshalb empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für alle Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren die Impfung gegen HPV. Dadurch bildet der Organismus Antikörper gegen das Virus, die HPV bei einer tatsächlichen Infektion bekämpfen. Bisherige Forschungsergebnisse legen den Schluss nahe, dass diese Schutzimpfung einen hundertprozentigen Schutz vor einer ganzen Reihe von HPV-Infektionen bietet. Zu beachten ist, dass verschiedenen HPV-Impfstoffe auf dem Markt sind. Nach dem verabreichten Impfstoff richtet sich auch das Impfschema. Alle gesetzlichen Krankenkassen zahlen eine Impfung bis zum 17. Lebensjahr, manche sogar bis zum 26. Lebensjahr. Wenden Sie sich, abhängig vom Alter der Patientin, an den Kinderarzt oder den Gynäkologen.

Was es bei der HPV-Impfung zu beachten gilt

Die HPV-Impfung ist eine Präventionsmaßnahme. Selbst bei einer Impfung kann Gebärmutterhalskrebs auftreten. Die Ursachen für eine Erkrankung sind bisher einfach noch nicht lückenlos erforscht. Die Impfung ersetzt daher nicht die jährlichen Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt. Außerdem ist eine Impfung nur bei Frauen möglich. Männer sollten sich durch Kondome schützen. Allerdings ist dieser Schutz nicht hundertprozentig, da die Viren auch über die Hände übertragen werden können.

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