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Geschrieben: 15. März, 2017 in Gesundheit | Ratgeber Tipps & Trends | Rücken
 
 

Rückengesundheit – Das Kreuz mit dem Kreuz

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Häufig tragen wir die Last unseres Alltags auf unserem Rücken aus, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Verspannungen durch zu langes Sitzen, Abnutzungserscheinungen, schlechter Schlaf auf falschem Untergrund, orthopädische Fehlstellungen, Überbelastung bei plötzlicher Beanspruchung, zu schwache Muskeln und Stress – all diese Dinge können Rückenleiden auslösen oder verstärken.


Fotoquelle: 123RF – Schmerzhafter Rücken

Am 15 März soll der‚ Tag der Rückengesundheit‘ auf das Problem sowie Vermeidungs- und Behandlungsmöglichkeiten aufmerksam machen. Denn Rückenleiden sind eine Volkskrankheit. „Rückenschmerzen stellen nach wie vor eines der größten Volksleiden in Deutschland dar“, sagt Helga Kühn-Mengel, MdB und Präsidentin der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. Drei von vier Deutschen haben entsprechende Beschwerden. Manch einer verzweifelt sogar an ihnen und büßt einen Großteil seiner Lebensqualität ein. Und auch für das Gesundheitssystem sind Rückenschmerzen eine Belastung: Knapp 11 Milliarden Euro brachte das Gesundheitswesen im Jahr 2014 auf, um Patienten Linderung zu verschaffen. Seit 2006 steigen diese Ausgaben um knappe 10 Prozent pro Jahr. „Sie sind nicht nur der häufigste Grund für Arbeitsunfähigkeit, sondern auch für die Gesamtgesellschaft von enormer medizinischer und ökonomischer Bedeutung“, bestätigt Kühn-Mengel. Dabei sind die Ursachen in den seltensten Fällen schwerwiegender Natur. So sind höchstens 5 Prozent aller Beschwerden auf einen Bandscheibenvorfall zurückzuführen. Meistens ist der Rücken einfach nicht in Form – und zwar im übertragenen Sinne!

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Fotoquelle: 123RF – Rückenfittnes

Unser Verhalten im Alltag hat entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit unseres Rückens.

Eine Möglichkeit, privat wie auch gesellschaftlich eine weitere Zuspitzung zu vermeiden, ist der korrekte Umgang mit dem eigenen Rücken im Alltag. Das Stichwort lautet: Rückenfitness. „Entscheidend sind eine ausbalancierte Körperhaltung, ein muskuläres Gleichgewicht sowie ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Belastung und Erholung“, so Kühn-Mengel. Gerade das lange Sitzen ohne ausgleichende Bewegungsübungen sei ein großes Problem. „Manche Muskelgruppen sind überfordert, andere wiederum unterfordert. So kommt es, dass sich Muskeln verkürzen oder verhärten. Dieses muskuläre Ungleichgewicht führt zu Verspannungen und Schmerzen. Der Rücken verliert an Stabilität“, erklärt auch Dr. Martin Buchholz, Facharzt für Orthopädie aus Hamburg. Dabei können entsprechende Übungen ganz einfach in den Tagesablauf integriert werden. Viel Zeit kosten sie nicht.

Wir haben es in der Hand, was wir unserem Rücken alles zumuten.

Die wichtigste Maßnahme auf dem Weg zu einem gesunden Rücken ist also die entsprechende Gestaltung der privaten und beruflichen Umwelt. „Neben eigenen rückengerechten Verhaltensweisen bedarf es auch eines rückengerechten Umfeldes in Alltag und Beruf“, gibt Kühn-Mengel zu bedenken. So sollte man nicht zu lange in einer Sitzposition verharren. Stehen Sie zwischendurch auf und verschaffen Sie sich Bewegung, z.B. um zu telefonieren. Ist das aus irgendeinem Grund nicht möglich, können Sie auch während des Sitzens ein paar einfache Übungen machen, um Ihren Rücken zu mobilisieren: Wechseln Sie beispielsweise ein paar Mal vom Hohlkreuz in die Katzenbuckelposition. Sie können sich auch mit dem Rücken in Ihre Stuhllehne pressen, sich mit den Armen auf der Tischplatte abstützen, oder auf den Gesäßhälften hin und her wippen. Wichtig ist dabei nur, dass Sie die Bewegungen bewusst und langsam ausführen. Natürlich sollten sowohl Schreibtischstuhl als auch Tischplatte in einer angenehmen Höhe und aufeinander abgestimmt eingestellt sein. Wenn Sie schwere Lasten tragen müssen, sollten Sie das eng am Körper tun und darauf achten, beide Körperseiten gleichmäßig zu belasten. Das einhändige Tragen von einer vollen Kiste Wasser ist also nicht empfehlenswert.

Für einen gesunden Rücken spielt auch die Psyche eine Rolle.

Auf den ersten Blick mag das merkwürdig erscheinen. Doch Stress am Arbeitsplatz oder Streit mit dem Partner oder der Familie können zu einer allgemeinen Anspannung führen. „Neben körperlichen spielen auch psychische Ursachen bei der Entstehung von Rückenschmerzen eine bedeutende Rolle“, sagt auch Kühn-Mengel. Kann man eine solche Anspannung nicht rechtzeitig und ausreichend abbauen, schlägt sie sich unter Umständen in Form von Verkrampfungen nieder. Durch die verkrampften Areale entsteht Druck auf Nervenbahnen und die Beweglichkeit nimmt weiter ab, wodurch es zu weiteren Verspannungen kommt – ein Teufelskreis. Entspannungstechniken wie Meditation, egal ob fernöstlich oder westlicher Natur, autogenes Training, Sport oder kreative Hobbys können zu einer Entkrampfung beitragen. Auch der regelmäßige Besuch in der Sauna kann ein probates Mittel sein, um seelisch und damit auch körperlich im Gleichgewicht zu bleiben.

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