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Geschrieben: 25. August, 2014 in Aktuelles | Depressionen
 
 

Schnelle Hilfe für Patienten mit Depression

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Zeitnahe Abklärung und Therapie mit Selektivvertrag zwischen AOK Nordwest und Ärztenetz. Im Norden Deutschlands soll ein Selektivvertrag zu einer schnelleren ambulanten Versorgung für Patienten, die unter Depressionen zu leiden haben, führen. Einen entsprechenden Pilotvertrag hat das Gesundheitsnetz östliches Holstein (GöH) und die AOK Nordwest untereinander vereinbart.


Hilfe bei Depressionen, Fotoquelle: 123RF

Das auf zwei Jahre angelegte Pilotprojekt unter dem Namen Piano (Psychosoziale Interventionen durch ambulante Netzwerke vor Ort) sieht eine standardisierte Diagnostik vor, damit Ärzte schnell abklären können, welche Therapieangebote für die Betroffenen infrage kommen. So können mit Sicherheit mehrere, eventuell doppelte Termine vermieden werden. Dies alleine stellt schon eine Verbesserung der Versorgung der Betroffenen dar, diese erhalten schneller eine effektive und zielgerichtete Behandlung.

Auch eine zügige Vermittlung ist vorgesehen. Das Angebot richtet sich an Patienten zwischen 18 und 64 Jahren mit leichter oder mittelgradiger Depression.

Nach einer strukturierten Eingangs- und Verlaufsdiagnostik erhalten sie bei leichter Depression von ihren Ärzten konkrete Versorgungsangebote, werden etwa in Selbsthilfegruppen vermittelt oder bekommen Schulungs- und Bewegungsangebote. Die Patienten sollen dabei lernen, den Heilungsverlauf positiv zu beeinflussen und Rückfälle zu vermeiden. Wie bei allen Therapieformen ist auch diese auf die Mitarbeit der Patienten angewiesen, im Falle von Depressionen wahrscheinlich sogar stärker.

Beobachtung der Abläufe durch Case-Managerin

Bei mittelgradiger Depression sorgt der Arzt für einen Termin innerhalb von zwei Wochen beim Psychotherapeuten. AOK – Chef Martin Litsch sagte hierzu: „Es sollen zusätzliche Behandlungskapazitäten – zum Beispiel durch neue Gruppenangebote und Therapieangebote außerhalb der üblichen Praxiszeiten – angeboten werden“.

Eine Case-Managerin aus dem Netz soll die Abläufe im Behandlungskonzept beobachten und kann bei Bedarf unterstützen. Die Dokumentation aller Ergebnisse erfolgt elektronisch und läuft im Netz zusammen.

Das GöH hatte als erstes Ärztenetz die Kriterien für eine KV-Förderung erfüllt und bekommt dafür von der KV Schleswig-Holstein 100.000 Euro. Die Wirksamkeit des nun abgeschlossenen Projektes wird nach zwei Jahren geprüft.

Die Abrechnung für den Selektivvertrag übernimmt die Ärztegenossenschaft Nord, die auch die Verhandlungen zwischen Netz und AOK begleitet hatte. Thomas Rampoldt, Geschäftsführer der Genossenschaft, erwartet, dass solche regional organisierten Versorgungsmodelle künftig zunehmen werden.

Die Vorteile einer regionalen Betreuung und Versorgung liegen auf der Hand, denn sämtliche Anträge müssen nicht erst an weit entfernte Stellen zur Bearbeitung und Bewilligung weitergeleitet und geprüft werden. Regional ist es möglich, schneller zu entscheiden und einzugreifen, die einzelnen Bearbeitungszeiten der angeschlossenen Praxen können miteinander kombiniert und koordiniert werden, dies verschafft Personen, die unter Depressionen zu leiden haben, einen wichtigen, zeitlichen Vorteil in der Behandlung.

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