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Geschrieben: 25. September, 2013 in Bewegungsapparat | Krankheiten von A-Z
 
 

Beinleiden sind zur Volkskrankheit geworden

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So helfen Sie schlaffen Venen auf die Sprünge

Beinleiden sind zur Volkskrankheit geworden, denn jeder zweite Deutsche hat Probleme mit seinem Venensystem. Beinen sollte nicht nur im Sommer Aufmerksamkeit geschenkt werden, sondern sie haben es verdient, ganzjährig gepflegt zu werden.

Mit der nasskalten Jahreszeit beginnt eine schlechte Zeit für die Venen. Auch die besten Vorsätze für regelmäßige Spaziergänge bei jedem Wetter, geraten ins Wanken, wenn es draußen kalt und trüb ist, es regnet oder schneit. Die Versuchung im Warmen zu bleiben ist zu groß und so manch einer muss für seine Bequemlichkeit büßen. Venenprobleme werden nicht nur durch erbliche Veranlagung, etwa einer Venenwandschwäche, verursacht, sondern auch durch unsere Lebensgewohnheiten, die die Erbfaktoren verstärken und Beinvenenerkrankungen drastisch beschleunigen. Die Venen brauchen Bewegung und sind nicht für sitzende oder stehende Tätigkeiten geschaffen. Hinzu kommen Übergewicht, „fußfeindliches“ Schuhwerk, z. B. mit hohen Absätzen, und falsche Kleidung, die die Venen zusätzlich belasten. Aber auch häufige Schwangerschaften tragen dazu bei, dass die Elastizität der Venen nachlässt. Venen-Experten warnen auch vor überheizten Räumen, insbesondere vor Fußbodenheizungen. Wird das Venenleiden nicht behandelt, entsteht im schlimmsten Fall ein offenes Bein oder eine Thrombose. So weit sollte und müsste es eigentlich gar nicht kommen.

Schlaffe Gefäßwände führen zu einer Erweiterung der tiefen Beinvenen, die Venenklappen können sich nicht mehr richtig schließen und ihrer Ventilfunktion nicht mehr nachkommen. Das Blut kann somit nicht mehr in Richtung Herzen fließen, sondern gemäß der Schwerkraft wieder nach unten. Es staut sich an.

Die Folge sind

  • schwere Beine
  • Spannungsgefühl
  • Kribbeln
  • Juckreiz
  • nächtliche Wadenkrämpfe
  • Neigung zu Schwellungen
  • Krampfadern
  • oberflächliche Besenreiser,Rötungen, Hitze oder Schmerzen deuten bereits auf eine Entzündung der Beinvenen hin.

Wie kann man einen Stau in den Beinvenen beseitigen?

Eine Therapie von Beinvenenerkrankungen setzt an den Ursachen an. Damit das Blutflussverhältnis sich wieder normalisiert, wird einerseits die Venenerweiterung beseitigt, um die Funktion der Venenklappen wiederherzustellen und andererseits der Blutransport in Richtung Herz unterstützt. Als „Säule der Therapie“ gilt die Kompressionsbehandlung, die in jedem Stadium der Erkrankung angewendet werden kann.

Was kann man selbst tun?

Bewegung ist das A und O für gesunde Beinvenen. Dies geschieht aber nur mit aktiver Teilnahme der Betroffenen. Die so genannte Venenpumpe, die nur durch regelmäßige Betätigung der Wadenmuskulatur aktiviert wird, transportiert das angestaute Blut ab. Erreicht wird dies durch regelmäßiges zügiges Gehen einer bestimmten Wegstrecke – und das am besten dreimal täglich. Wichtig: Es muss unbedingt auf gesundes, fußfreundliches Schuhwerk ohne Absatz geachtet werden.

Bereits nach wenigen Wochen kann der Stau in der Regel beseitigt werden. Da eine angeborene Venenwandschwäche nicht geheilt werde kann, müssen Betroffene dauerhaft venenunterstützende Maßnahmen ergreifen, um die Funktionsfähigkeit der Klappen und damit den Rücktransport des Blutes zu gewährleisten. Außerdem sollte äußere Wärmeeinwirkung (überhitzte Räume, Fußheizung im Auto, Sonnenbestrahlung, Vollbäder über 28 Grad) vermieden und das Normalgewicht einbehalten werden.

Venen mögen es kühl. Kneippsche Wechselduschen oder Wassertreten, aber auch Spaziergänge im Winter oder barfußlaufen im Schnee, stärken nicht nur das Immunsystem, sondern sind auch eine Wohltat für die Beine.


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