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Geschrieben: 28. Januar, 2010 in Atemwege | Hals-Nasen-Ohren | Krankheiten von A-Z
 
 

Sinusitis – Kopf- Gesichts- u. Ohrenschmerzen

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Damit die Sinusitis – nicht ins Auge geht……

Die Sinusitis ist eine immer häufiger auftretende Erkrankung. Man versteht darunter eine Entzündung der Schleimhaut in den Nasennebenhöhlen, die häufig durch Bakterien, Viren, Pilze oder Allergien ausgelöst wird.



Die Nebenhöhlen (Kiefer-, Siebbein-, Stirn- und Keilbeinhöhlen) sind Hohlräume im Gesichtsknochen und haben nur einen einzigen, sehr schmalen Ausgang zum Nasenraum. Man unterscheidet zwischen akuter und chronischer Sinusitis. Wird eine Sinusitis nicht rechtzeitig erkannt oder behandelt, können schwere Notfälle mit lebensbedrohlichen Folgen auftreten. Die Entzündung kann sich in Richtung Gehirn (Enzephalitis), Gehirnhaut (Meningitis), Augenhöhlen oder in die angrenzenden Knochen ausbreiten.

Symptome:

  • Kopfschmerzen und Druckgefühl im Kopf (verstärkt sich beim Bücken)
  • Gesichts- und Ohrenschmerzen
  • Druck- und Klopfempfindlichkeit der betroffenen Nasennebenhöhlen
  • grünlich-gelbes, eitriges Nasensekret
  • Schnupfen
  • Krankheitsgefühl, Abgeschlagenheit
  • Fieber
  • Appetitlosigkeit
  • druckempfindliche Augen
  • verstopfte Nase
  • Geruchs- und Geschmacksstörung

Ursachen
Bei der Entstehung der Sinusitis spielen u. a. folgende Faktoren eine Rolle:

  • klimatische Einflüsse
  • trockene, zu warme Raumluft
  • Infektionen
  • Allergien (z.B. Heuschnupfen)
  • Zahnentzündungen

Die akute Sinusitis entsteht meist als Folge eines einfachen Schnupfens und tritt erst einige Tage später auf. Mangelnde Belüftung und Drainage sind die Ursache des Problems.
Ist die schmale Nasenhöhle verstopft, zum Beispiel durch Schwellung der Schleimhaut, dann kommt es in den geschlossenen Hohlräumen zu einem Absinken des Sauerstoffpartialdruckes und zu einem Anstieg des Kohlendioxidgehaltes. Dieses anaerobe Milieu begünstigt das Wachstum von Bakterien und die Schleimhaut kann sich entzünden. Der normale Abtransport des Schleims durch die winzigen Flimmerhärchen (Zilien) ist aufgrund der entzündlichen Schwellung behindert und es kommt zu einem Rückstau in den Nasennebenhöhlen.

Anatomische Verengungen der Nasenscheidewand oder Nasenpolypen können ebenfalls den Ausgang verstopfen und den Abfluss des Sekrets erschweren. Entzündungen der Kiefernhöhlen können auch bei Zahnwurzelerkrankungen hervorgerufen werden.

Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose mithilfe eines Endoskops, das in die Nase eingeführt wird (Rhinoskopie). Mittels Ultraschall oder Röntgenaufnahme können die Nebenhöhlen untersucht werden. Falls erforderlich werden durch einen Abstrich des Nasensektretes die Erreger festgestellt und gezielt ein entsprechendes Medikament verordnet.

Behandlung
Das Ziel der Behandlung ist die Durchlüftung der verstopften Nasennebenhöhlen und die Elimination der Bakterien. Schleimhautabschwellende Mittel werden eingesetzt, um die Ausführungsgänge der Nasennebenhöhlen frei zu machen und die Drainage zu verbessern. Dazu gehören Nasentropfen, schleimlösende Medikamente, Nasenspülungen, heiße Aerosoldämpfe und Inhalationen mit Salzwasser. Das Sekret wird verflüssigt und kann so besser abtransportiert werden. Hinzu kommen fiebersenkende und entzündungshemmende Medikamente, falls notwendig. Eine Rotlicht- und Mikrowellenbestrahlung kann unterstützend wirken.
Pflanzliche Präparate, homöopathische Mittel und Akupunktur sind ebenfalls wirksame Maßnahmen.
Akute bakterielle Infektionen müssen antibiotisch behandelt werden. Bei den Erregern handelt es sich meist um Streptokokken, Pneumokokken und Haemophilus influenzae u.a.

Chronisch ist eine Sinusitis dann, wenn sie über mehr als sechs Wochen immer wieder auftritt. Sie sollte immer vom Facharzt behandelt werden, der die Ursache genau abklärt. Bei allergiebedingten Infektionen können Antiallergika und kortikoithaltigen Nasenspray eingesetzt werden oder eine Hyposensibilisierung erforderlich sein. Bei der chronischen Sinusitis ist großer Wert auf eine gezielte Ernährung zu legen: reichlich Obst und Gemüse, Vollwerterzeugnisse, Öle mit ungesättigten Fettsäuren.
Bei mangelnder Effektivität konservativer Maßnahmen, können sich in der Folge schwere Komplikationen entwickeln, so dass eine operative Maßnahmen erforderlich werden können.

Vorbeugung
Es gilt: Einen beginnenden Schupfen rechtzeitig behandeln, um eine Entzündung der Nasennebenhöhlen zu vermeiden.

  • viel trinken (3-4 Liter/Tag), um den Schleim zu verflüssigen
  • Tipp: mehrmals täglich eine Nasenspülung (spezielle Nasenduschen gibt es in der Apotheke)
  • schleimlösende Medikamente und evtl. abschwellende Nasentropfen (jedoch nicht länger als eine Woche!)
  • Sauna oder Dampfbäder
  • warmes Fußbad
  • Raumluft anfeuchten
  • Verzicht auf Nikotin
  • auf eine gesunde Lebensweise achten

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